Geschichte (Lang)

Bericht von 1996 "40 Jahre Bergrettung"von Hans Spreitzer

...die Grndungsmitglieder 1956

Da gegen Mitte der 50er Jahre in St. Lambrecht der Schisport und auch das Bergwandern wieder Aufschwung nahmen und damals bereits Schiabfahrtsrennen von unserem Hausberg, der Grebenzen, durchgefhrt wurden, (am 11. und 12. Februar 1951 fanden die Bundesschimeisterschaften des sterr. Reichsbundes statt, und am 15. Dezember 1953 wurde von der Marktgemeinde St. Lambrecht auf der Pabstin der 1. Schilift mit einer Lnge von 500 m in Betrieb genommen), wurde auch der Wunsch und die Notwendigkeit nach einem Bergrettungsdienst aktuell. Unser allseits bekannter Kamerad Karl Spreng, vor seiner schweren Verwundung im Krieg, selbst ein begeisterter und hervorragender Bergsteiger, bernahm die Aufgabe, die Grndung einer BRD-Ortsstelle in St. Lambrecht in die Wege zu leiten. Schon bald fanden sich 12 freiwillige Mnner zusammen, die sich mit Idealismus und uneigenntzig fr den Bergrettungsdienst zur Verfgung stellten.

Bereits im Jahre 1954 nahmen Spreitzer Johann, Schellander Rudolf, Karrer Heinz, Harrer Clements und Seidl Georg, gemeinsam mit Kameraden von der Ortsstelle Murau, vom 12. bis 14. Mrz 1954 an einer Gebietsschulung (Winterausbildung) teil, die vom Gebiet Oberes Murtal unter Leitung des Gebietsleiters Karl Kronsteiner, in Anwesenheit des damaligen Landesleiters Georg Stern, auf der Frauenalpe stattfand.

In weiterer Folge fanden sich dann, wie bereits erwhnt, 12 Mnner zusammen, und zwar:

Spreng Karl, Baldauf Manfred, Dullnigg Othmar, Edlinger Hubert, Harrer Clements, Karrer Heinz, Maier Robert, Mgele Josef, Moser Karl, Palli Josef, Schellander Rudolf, Seidl Georg und Spreitzer Johann, die im Jahre 1956 eine eigene BRD-Ortsstelle in St. Lambrecht grndeten. Bald danach schloss sich auch Lebitsch Max von der Ortsstelle Murau uns an. Bis zur erforderlichen Ausbildung eines eigenen Einsatzleiters wurden wir zunchst als eine Nebenstelle von der Ortsstelle Murau gefhrt.

Unser Einsatzgebiet reichte von der Kuhalpe entlang der steirisch - krntnerischen Landesgrenze zur Grebenzen und weiter nach Osten bis zum Zirbitzkogel. Im Norden bildete der Murflu die Grenze. Diese Grenzen umfassen auch heute noch unser Einsatzgebiet.

Da sich unsere Einsatzttigkeit in erster Linie auf das Grebenzen-Gebiet bezog, wurde erwogen, dort eine eigene Diensthtte als BRD-Sttzpunkt zu errichten. Im August 1956 erwarben wir vom Bauern Johann Wallner vlg. Lerchner im Tal, dessen ehemalige Hausmhle. Da aber die Ortsstelle ja keine eigene Kassa hatte und uns auch sonst keine Geldquelle (Sponsor) zur Verfgung stand, gaben wir 12 Mann ein jeder je 100,-S fr den Ankauf der Htte. Durch das Entgegenkommen des vlg. Lerchner mussten wir fr die besagte Mhle aber nur 1.000,-S bezahlen, sodass uns noch ein Betrag von 200,-S fr das Abtragen, den Transport und den Aufbau der Htte zur Verfgung standen.

Vom Benediktinerstift St. Lambrecht, unter dem damaligen Abt, Prlat Wilhelm Blaindorfer, erhielten wir die Zusage, die BRD-Htte auf der Grebenzen aufstellen zu drfen. Die ehemalige Mhle wurde bald nach dem Erwerb, im Monat August, im Tal abgetragen und unter damals uerst schwierigen Verhltnissen (ber den alten Schnanger - Grebenzenweg) auf die Grebenzen transportiert. Dort wurde die Htte auf der sogenannten Starnwiese, unterhalb der Ersten Hhe, in der Form wie sie heute noch besteht, wieder aufgebaut. Die Erffnung unserer Diensthtte erfolgte dann am 11. November 1956, in Anwesenheit von Landesleiter Georg Stern und Kameraden von der Ortsstelle Murau.

Um den Httenbau durchfhren und das Werk in so kurzer Zeit vollenden zu knnen, war viel Idealismus und Arbeitskraft aller Bergrettungsmnner der Ortsstelle erforderlich. Im besonderen seien in diesem Zusammenhang die Kameraden Dullnigg, Palli, Schellander und Karrer erwhnt, die am meisten freiwillige Arbeitsstunden geleistet und ihre ganze Freizeit fr den Httenbau geopfert haben. Ich glaube, wir knnen heute noch auf dieses Gemeinschaftswerk stolz sein!

Ganz ohne fremde Hilfe wre es aber wohl kaum mglich gewesen. Und so mchte ich in diesem Zusammenhang auch unsere besonderen Gnner und Frderer erwhnen und ihnen allen bei dieser Gelegenheit im Namen der Ortsstelle St. Lambrecht nochmals herzlich danken. Es waren dies: die Marktgemeinde St. Lambrecht unter dem damaligen Brgermeister Richard Fllerer, die Dynamitfabrik St. Lambrecht, unter Direktor Dr. Alfred Hoenig und Verwalter Alfred Steinbeck, der allseits bekannt gewesene "Lerchner Hansl", der uns die Htte berlie und das Benediktinerstift St. Lambrecht, auf dessen Grund wir sie aufstellen durften.

Wir erhielten aber auch weiterhin immer wieder Untersttzung von verschiedenen Institutionen und auch von einzelnen Privatpersonen, wofr ich namens der Ortsstelle ebenfalls herzlichst danken mchte. Wer immer uns bisher untersttzt hat, dem gebhrt unser Dank! Es war und ist dies im besonderen die Marktgemeinde St. Lambrecht mit ihren jeweiligen Brgermeistern, die uns nicht nur den Gemeinschaftsraum fr unsere Sitzungen und Schulungen, sowie einen Gerteraum im Amtsgebude zur Verfgung stellte sondern uns seit jeher, jedes Jahr auch mit einem finanziellen Betrag untersttzt, womit die Ortsstelle ihre Einsatzgerte und Ausrstungsgegenstnde ergnzen und vervollstndigen kann. Weiters das Benediktinerstift durch die Grundbeistellung und berlassung von Brennholz fr unsere Diensthtte. Die Liftbesitzer, Gebrder Anton und gid Plank, die uns ebenfalls stets sehr entgegenkommen und uns heuer auch einen eigenen Dienstraum bei der Schilift-Talstation auf der Pabstin zur Verfgung gestellt haben. Auch hierbei ist zu erwhnen, dass die Adaptierung dieses Raumes durch Gemeinschaftsarbeit der Bergrettungsmnner in Eigenregie erfolgte. Ihnen, und auch den Frauen, die dabei mitgeholfen haben, einen herzlichen Dank hierfr.

Dank auch den verschiedenen Einsatzorganisationen, wie: Gendarmerie, Feuerwehr und Rotes Kreuz, fr die gute Zusammenarbeit und gegenseitige Untersttzung. Ebenso mchte ich bei diesem Anlass das gute Einvernehmen mit der sehr aktiven Sportunion und den langjhrigen Mitarbeitern der Liftbesitzer erwhnen und ihnen ebenfalls danken.

Und nun wieder zurck zum personellen Geschehen und zur weiteren Entwicklung in unserer Ortsstelle: Wie bereits erwhnt, war Kamerad Karl Spreng der Initiator und Grnder der BRD-Ortsstelle St. Lambrecht. Er war auch unser erster Ortsstellenleiter und als solcher von 1956 bis 1976 ttig.

Kamerad Othmar Dullnigg bte die Funktion als Ortsstellenleiter von 1976 bis 1996 aus und erfllte er diese Aufgabe vorbildlich und in kameradschaftlicher Weise. Ab Jnner dieses Jahres fungiert nun Kamerad Gerhard Rinner als unser neuer Ortsstellenleiter, womit also auch ein "Generationenwechsel" im Jubilumsjahr der BRD-Ortsstelle St. Lambrecht stattgefunden hat. Kamerad Hans Spreitzer war von 1975 bis 1987 als Gebietsleiter des Gebietes Oberes Murtal, dem zu dieser Zeit insgesamt 9 Ortsstellen aus den Bezirken Knittelfeld, Judenburg und Murau angehrten, ttig.

Unserer kleinen Gruppe von einst schlossen sich bald (Anfang der 60er Jahre) weitere, junge und begeisterte Burschen, wie: Kbler Ludwig, Sams Michael und Hlzl Werner sowie Moser Franz, und spter dann (in den 70er Jahren) Unterlugauer Walter und dessen Bruder Josef, sowie Burgstaller Peter und auch noch einige andere Burschen dem Bergrettungsdienst an. Damit wuchs unsere Ortsstelle kontinuierlich und erhielt sich durch weiteren, jungen und sehr leistungsfhigen Nachwuchs (Sams Klaus, Kbler Jrgen, Hillberger Harald, Maierhofer Klaus, Pollheimer Herwig, und die anderen jungen Kameraden, die heute mit dabei sind, bis in die Gegenwart als eine absolut einsatzfhige, hilfsbereite und kameradschaftliche Gemeinschaft. Und so glaube ich, dass der Bestand der BRD-Ortsstelle St. Lambrecht auch fr die weitere Zukunft gesichert erscheint.

Whrend die Ortsstelle mit vorerst 12 Mann gegrndet wurde, betrgt der Personalstand derzeit 21 Bergrettungsmnner, davon sind 2 Anwrter.

Leider sind inzwischen auch einige Mitglieder verstorben und wir gedenken aus Anlass des 40jhrigen Jubilums auch jener Kameraden. Es sind dies: Spreng Karl, Leitner Peter, Stockreiter Peter und Zotter Klaus.,

Die Einsatzttigkeit der Ortsstelle St. Lambrecht hat sich seit ihrer Grndung im Jahre 1956 wesentlich gendert. Bedingt durch die fortschrittliche Entwicklung und den allgemeinen Trend zum Schifahren und Bergsteigen mehren sich auch die Unflle von Jahr zu Jahr und wird dadurch zwangslufig auch der Bergrettungsdienst immer mehr gefordert. Da in unserem Einsatzgebiet vorwiegend der Schisport stark zugenommen hat, ist unsere Einsatzttigkeit schwerpunktmig auch darauf ausgerichtet. Wir haben whrend des Winters zum Wochenende auf der Grebenzen einen permanenten Bereitschaftsdienst eingerichtet und verrichten auch bei zahlreichen Schiveranstaltungen Bergrettungsdienst. Allein im vergangenen Jahr wurden von den Kameraden der Ortsstelle rund 400 freiwillige und unbezahlte Dienststunden geleistet und dabei in mehreren Fllen verunglckte Schifahrer geborgen und ihnen Erste Hilfe geleistet.

Fallweise werden unsere Bergrettungsmnner darber hinaus auch zu berrtlichen Einstzen, z.B. bei Lawinenunglcke oder Suchaktionen, von der Landesleitung oder dem Gebietsleiter angefordert bzw. eingesetzt. Um all den vielseitigen Aufgaben entsprechen zu knnen, ist eine gut fundierte Ausbildung, sowohl im Sommer als auch im Winter, erforderlich. Daher wird von jedem Bergrettungsmann eine Mindestvoraussetzung fr seine Ttigkeit und die Absolvierung von Ausbildungskursen verlangt, bevor er als ordentliches Mitglied im Bergrettungsdienst aufgenommen wird. Die Sommer- und Winterausbildungskurse (Grund- und Einsatzleiterlehrgang) werden alljhrlich von der Landesleitung durchgefhrt. Aber auch innerhalb der Ortsstellen und des Gebietes werden fallweise Schulungen und bungen durchgefhrt.

Als Senior der BRD-Ortsstelle St. Lambrecht danke ich allen Kameraden fr ihre bisherige Ttigkeit whrend der vergangenen 40 Jahre. Ich bin berzeugt, dass sich die Bergrettungsmnner auch in Zukunft bemhen werden, verunglckten Menschen bestmglich zu helfen. Hilfsbereitschaft, Freiwilligkeit, Kameradschaft und Idealismus muss weiterhin unser Grundsatz bleiben. Die jungen Kameraden rufe ich auf, unser Werk In diesem Sinne weiterzufhren!

St. Lambrecht, am 22.Dezember 1996

Berg Heil
Hans Spreitzer